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Erdwärme

Dass nicht nur in Deutschland, sondern auch in Europa das Interesse an regenerativen Energien stetig wächst, konnte man bereits in den letzten Jahren beobachten. Denn die Umweltbewegung, die früher eher belächelt wurde, ist in vielen Ländern heute längst angekommen. Und aufgrund der zunehmenden Diskussionen um Klimawandel oder CO2-Ausstoss rückte in den letzten Jahren eben vor allen Dingen die Energiepolitik mehr und mehr in den Vordergrund. Die täglichen Horrormeldungen aus dem japanischen Atomkraftwerk in Fukushima haben ihr übriges getan, um regenerative Energien weiter attraktiv zu machen. Sonne, Wind und Wasser sind dabei die bekanntesten Arten regenerativer Energie, aber auch die Erdwärme gehört dazu. Vor allem in den letzten Jahren wurden zunehmend Techniken entwickelt, um die Erdwärme, die auch als Geothermie bezeichnet wird, nutzbar zu machen. Und so sind in den letzten Jahren weltweit große geothermische Anlagen oder auch Geothermiekraftwerke entstanden. Aber auch Privathaushalte können sich die Erdwärme zunutze machen. Und zwar entweder mit Hilfe einer Wärmepumpenheizung, die zum Heizen und Kühlen eines Wohnhauses eingesetzt wird, oder indirekt, indem mit Hilfe der Erdwärme elektrischer Strom erzeugt wird. Die Einsatzmöglichkeiten von Erdwärme sind also vielfältig.


Die Entstehung von Erdwärme

Die Erdwärme, also die Wärme, die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeichert ist, stammt aus verschiedenen Quellen. Geschätzte 30 bis 50 Prozent der Erdwärme stammt aus der Zeit der Entstehung der Erde und wird als so genannte Restwärme bezeichnet. Die restlichen 50 bis 70 Prozent der Erdwärme stammen aus radioaktiven Zerfallsprozessen. Diese Prozesse gibt es bereits seit mehreren Millionen Jahren. Unmittelbar unter der Erdoberfläche entsteht ein Teil der Erdwärme zudem durch die Sonneneinstrahlung sowie aus dem Wärmekontakt mit der Luft. Und da die Erdwärme durch die so genannte Wärmeleitung beziehungsweise durch aufsteigende Gase oder Tiefenwässer von den tieferen Schichten der Erdkruste in höher gelegene Schichten transportiert wird, kann sie dort abgeschöpft und dezentral genutzt werden. Denn in rund einem Kilometer Tiefe liegen die entsprechenden Temperaturen immer noch zwischen 35 und 40 Grad Celsius. Seriöse Berechnungen gehen davon aus, dass die Erdwärme, die allein in den oberen drei Kilometern der Erdkruste gespeichert ist, den weltweiten Energiebedarf für mehr als 100.000 Jahre decken könnte. Allerdings ist dies momentan noch eine eher theoretische Größe, denn bisher kann nur ein kleiner Teil dieser Energie auch tatsächlich genutzt werden. Darüber hinaus ist ebenfalls noch unklar, welche Auswirkungen die umfangreiche Nutzung der Erdwärme auf die Erdkruste selbst hat.


Heizen, Kühlen und Stromerzeugung mit Erdwärme

Die meisten Erdwärme-Anwendungen im privaten Bereich dienen heute zum Heizen oder zum Kühlen von Wohnungen oder ganzen Häusern beziehungsweise zur Warmwasseraufbereitung. Genutzt wird dazu eine so genannte Wärmepumpenheizung, die der Luft, dem Grundwasser oder dem Erdreich Wärmeenergie entzieht und mit Hilfe einer Wärmepumpe auf ein höheres Temperaturniveau anhebt. Darüber hinaus kann die Erdwärme auch zur natürlichen Kühlung eingesetzt werden und damit eine ganze Klimaanlage ersetzen. Allerdings wird von dieser Möglichkeit momentan noch selten Gebrauch gemacht. Zur Stromerzeugung wird die Erdwärme in Privathaushalten dagegen kaum gebraucht, da dies sehr aufwendig ist und beispielsweise Wassertemperaturen von mindestens 100 Grad Celsius erfordert. Die Nutzung von Erdwärme zur Stromerzeugung erfolgt deswegen meist ausschließlich in entsprechenden Kraftwerken, deren Betreiber den so erzeugten Strom dann auf dem Markt als Ökostrom zur Verfügung stellen. Ähnlich wie die Photovoltaik wird übrigens auch die Nutzung von Erdwärme staatlich gefördert, und zwar durch Einspeisevergütungen und spezielle Marktanreizprogramme.

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